U18 Kommunalwahlen 2026
U18-Kommunalwahl in Fürth: Junge Stimmen zählen



Auch wenn das offizielle Wahlalter bei Kommunalwahlen in Bayern weiterhin bei 18 Jahren liegt, zeigt die U18-Kommunalwahl in Fürth deutlich: Junge Menschen haben eine Stimme – und sie nutzen sie engagiert und verantwortungsvoll.
Koordiniert und durchgeführt wurde die Wahl vom Stadtjugendring Fürth gemeinsam mit dem Fürther Jugendrat. Unterstützt wurden sie von Schulen sowie zahlreichen Einrichtungen der kommunalen Jugendarbeit. Ziel des Projekts ist es, politische Beteiligung frühzeitig erlebbar zu machen und Kindern sowie Jugendlichen zu zeigen, dass ihre Meinung zählt – auch wenn sie offiziell noch nicht wahlberechtigt sind.
Gewählt werden konnte vom 20. bis 27. Februar an mehreren Orten im Stadtgebiet. Neben verschiedenen Jugendhäusern beteiligten sich auch Schulen sowie ein Wahllokal im Stadion der SpVgg Greuther Fürth. Durch diese niedrigschwelligen Angebote konnten viele junge Menschen unkompliziert an der Wahl teilnehmen.
Im Vorfeld setzten sich die Jugendlichen intensiv mit Parteiprogrammen und kommunalpolitischen Themen auseinander. Besonders Fragen rund um Bildung, Freizeitangebote, Mobilität, Wohnen und Klimaschutz standen im Fokus – also Themen, die ihren Alltag unmittelbar betreffen.
Große Resonanz fand zudem die digitale Wahlhilfe „VOTO“. Mehr als 3.000 Personen nutzten bereits das Angebot. Das Wahl-O-Mat-ähnliche Format ermöglicht es, eigene Positionen mit den Antworten der Parteien auf über 30 Thesen zu vergleichen und so eine Orientierung zu erhalten, welche Parteien den eigenen Ansichten am nächsten stehen.
Auch der komplexe Wahlmodus der bayerischen Kommunalwahl stellte für die Jugendlichen kein Hindernis dar. Beim sogenannten Kumulieren und Panaschieren können mehrere Stimmen an einzelne Kandidierende vergeben oder auf verschiedene Listen verteilt werden. Die U18-Wahl zeigte, dass viele junge Menschen dieses System verstehen und bewusst nutzen.
Insgesamt beteiligten sich 1.562 junge Wählerinnen und Wähler. Bei der Stadtratswahl lag die SPD mit 33,15 Prozent vorne, gefolgt von der Linken (22,32 Prozent) und der AfD (12,19 Prozent). Bei der Oberbürgermeisterwahl erhielt Amtsinhaber Thomas Jung 56,07 Prozent der Stimmen.
Die U18-Kommunalwahl ist kein repräsentatives Wahlergebnis, sondern ein Projekt politischer Bildung. Dennoch zeigt sie deutlich: Viele junge Menschen sind politisch interessiert, informiert und bereit, sich aktiv mit demokratischen Prozessen auseinanderzusetzen.
Vor der Wahl





U18 – Podiumsdiskussion am 03.02.2026 am Helene-Lange Gymnasium
Jugend diskutiert Zukunftsthemen bei U18-Podium in Fürth
Wie soll die Zukunft in Fürth aus Sicht junger Menschen aussehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion zur U18-Kommunalwahl im Helene-Lange-Gymnasium. Organisiert vom Stadtjugendring Fürth und dem Fürther Jugendrat diskutierten junge Politiker:innen aller kandidierenden Parteien über zentrale Themen der jungen Generation.
Ein Schwerpunkt war der Umgang mit steigenden Schülerzahlen. Mehrere Teilnehmende verwiesen darauf, dass Prognosen langfristig wieder sinkende Zahlen erwarten lassen. Kurzfristige Lösungen wie Container- oder Modulbauten wurden als mögliche Übergangslösung genannt. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass viele Schulgebäude sanierungsbedürftig sind. Während einige Parteien Neubauten für notwendig halten, setzen andere stärker auf Erweiterungen bestehender Schulen.
Auch der Übergang von der Schule in den Beruf wurde diskutiert. Genannt wurden Praktika, Ausbildungsmessen und bessere Einblicke in Berufe. Mehrere Teilnehmende betonten zudem die Bedeutung fairer Ausbildungsbedingungen und guter Betreuung für Auszubildende.
Ein weiterer Schwerpunkt war die politische Beteiligung junger Menschen. Bestehende Strukturen wie der Fürther Jugendrat wurden hervorgehoben, gleichzeitig wurden mehr Sichtbarkeit, neue Beteiligungsformate und digitale Mitmachmöglichkeiten gefordert.
Zum Abschluss ging es um Stadtentwicklung und Umwelt. Die Visionen reichten von mehr Grünflächen und weniger Autoverkehr bis hin zu zusätzlichen Parkmöglichkeiten und einem stärkeren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.
Wie wählen?
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Die Wahllokale zur U18 Wahl 2026

Das SJR Wahllokal in der Fürther Fußgängerzone



Ergebnisse der U18 Wahl 2026
U18 Bürgermeister


U18 Stadtrat




Der Vergleich der Ergebnisse von U18 und Ü18



Ein Vergleich der U18-Wahl mit der Kommunalwahl der über 18-Jährigen in Fürth zeigt ähnliche politische Tendenzen, aber auch deutliche Unterschiede.
Bei der Stadtratswahl wurde in beiden Fällen die SPD stärkste Kraft. Während sie bei der U18-Wahl 33,15 Prozent erreichte, lag sie bei der tatsächlichen Wahl mit 41,06 Prozent noch deutlich höher. Besonders auffällig ist das Ergebnis der Linken: Sie kam bei den Jugendlichen auf 22,32 Prozent und lag damit deutlich über ihrem Ergebnis bei den Erwachsenen von 8,86 Prozent. Dagegen schnitten CSU und Grüne bei der Ü18-Wahl mit 17,0 beziehungsweise 14,41 Prozent deutlich stärker ab als bei der U18-Wahl mit 10,44 und 9,69 Prozent. Die AfD bewegte sich mit rund zwölf Prozent bei der U18-Wahl und gut elf Prozent bei der Ü18-Wahl auf einem ähnlichen Niveau.
Auch bei der Oberbürgermeisterwahl zeigt sich ein vergleichbares Bild. Der amtierende Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung (SPD) lag in beiden Wahlen klar vorne: Bei der U18-Wahl erhielt er 56,07 Prozent der Stimmen, bei den erwachsenen Wählerinnen und Wählern sogar 72,14 Prozent. Während bei den Jugendlichen vor allem Kandidierende kleinerer Parteien höhere Anteile erzielten – etwa Niklas Haupt (Die Linke) mit 13,97 Prozent –, fielen deren Ergebnisse bei der tatsächlichen Wahl deutlich niedriger aus.
Insgesamt zeigt der Vergleich, dass junge Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen stärker auf kleinere und linke Parteien verteilen, während bei den erwachsenen Wählerinnen und Wählern vor allem größere Parteien höhere Zustimmungswerte erreichen.
Voto Statistik

Die digitale Wahlhilfe VOTO – mein Wahlcheck wurde in Fürth im Vorfeld der U18-Wahl am 27. Februar sowie der Kommunalwahl am 8. März genutzt und verzeichnete insgesamt 3.880 Aufrufe im Zeitraum von Ende Januar bis zum Wahltag.
Zunächst bewegten sich die täglichen Nutzerzahlen auf niedrigem Niveau. Einen ersten spürbaren Impuls gab es rund um die Podiumsdiskussion am 3. Februar, nach der die Nutzung deutlich anstieg und Anfang Februar erstmals Werte um die 100 Aufrufe pro Tag erreicht wurden.
Mit Beginn der U18-Wahlphase ab dem 20. Februar, in der Kinder und Jugendliche bereits ihre Stimme abgeben konnten, stieg das Interesse weiter an. Während der anschließenden Wahlwoche bis zum 27. Februar nahmen die Zugriffszahlen deutlich zu und erreichten am Tag der U18-Wahl mit 511 Nutzungen ihren Höchstwert. Insgesamt nutzten 1.690 Interessierte VOTO, um ihre eigenen Positionen mit denen der Parteien abzugleichen.
Auch im Anschluss blieb das Interesse bestehen und stieg kurz vor der Kommunalwahl der über 18-Jährigen am 8. März nochmals an. Am Wahltag selbst wurde VOTO 257-mal genutzt; in der Woche vor der Kommunalwahl griffen zudem knapp 1.000 Nutzerinnen und Nutzer auf die Wahlhilfe zu.

















